Menschen, die sich seit Jahrzehnten für andere einsetzen, Vereine mit Leben füllen und innovative Projekte auf den Weg bringen: Beim AWO Ball 2026 in Erfurt standen auch in diesem Jahr die Menschen und Initiativen im Mittelpunkt, die die AWO Thüringen mit ihrem Engagement prägen. Verliehen wurden die Emma-Sachse-Ehrung, fünf Ehrenamtsmedaillen sowie Auszeichnungen im „Wettbewerb der guten Ideen“ und der Nachhaltigkeitspreis.
Emma-Sachse-Ehrung für Dietrich Lödel aus Mellenbach
Die höchste Auszeichnung der AWO Thüringen, die Emma-Sachse-Ehrung, ging in diesem Jahr an Dietrich Lödel, Vorsitzender des AWO Ortsvereins Mellenbach im Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt.
Seit 2021 engagiert er sich für den Ortsverein und die Begegnungsstätte im Ort. Als er den Vorsitz übernahm, stand der Verein vor großen Herausforderungen: Der bisherige Vorstand hatte sich weitgehend aufgelöst, die Begegnungsstätte benötigte neue Räumlichkeiten und ein neues Team.
Dietrich Lödel übernahm die Neuorganisation und entwickelte den Ortsverein weiter. Heute zählt er rund 90 Mitglieder – mehr als doppelt so viele wie zuvor. Auch die Begegnungsstätte ist wieder ein lebendiger Treffpunkt für die Menschen vor Ort. Für diesen außergewöhnlichen ehrenamtlichen Einsatz wurde er mit der Emma-Sachse-Ehrung ausgezeichnet.
Fünf Ehrenamtsmedaillen für langjähriges Engagement
Mit den Ehrenamtsmedaillen würdigte die AWO Thüringen fünf Persönlichkeiten, die sich auf ganz unterschiedliche Weise für das gesellschaftliche Miteinander und die Arbeit ihrer Orts- und Kreisverbände einsetzen.
Annelie Marion Schönberg vom AWO Kreisverband Gotha verbindet mit ihrem Engagement Generationen. Mit märchenhaften Stadtführungen, wechselnden Kostümen und Mitmachangeboten in Kindergärten begeistert sie vor allem Kinder. Gleichzeitig engagiert sie sich für ältere Menschen, organisiert Sport- und Bewegungsangebote sowie virtuelle Stadtführungen und ist eine feste Stütze des AWO Seniorenclubs „Galletti“.
Doris Görting von der AWO Rudolstadt ist seit 20 Jahren eine verlässliche Ansprechpartnerin für die Menschen im AWO Wohnquartier und in der Begegnungsstätte Kopernikusweg. Sie hilft bei Alltagsfragen, unterstützt bei Internetproblemen, begleitet Menschen beim Einkaufen oder zu Arztterminen. Seit zehn Jahren bietet sie außerdem Gedächtnistraining an. Ihr kontinuierlicher Einsatz macht sie zu einer wichtigen Bezugsperson im Quartier.
Carola Hauck vom AWO Kreisverband Sonneberg engagiert sich bereits seit 1991 für die AWO. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern des Ortsvereins Spechtsbrunn und war viele Jahre dessen Vorsitzende. Bis heute organisiert sie Veranstaltungen und gemeinsame Aktivitäten und kümmert sich um persönliche Anliegen der Mitglieder. Damit hat sie das Vereinsleben über Jahrzehnte mitgestaltet.
Elke Reimann, Vorsitzende des AWO Ortsvereins Schönbrunn, begleitet die Entwicklung des Vereins seit dessen Gründung und war auch am Aufbau der Begegnungsstätte beteiligt. Seit 2014 steht sie dem Ortsverein vor. Gemeinsam mit dem Vorstand organisiert sie Ausflüge, Theaterbesuche, soziale Aktionen und Spendenprojekte. Darüber hinaus vertritt sie die Interessen der älteren Generation gegenüber der Gemeinde.
Jörg Bacher vom AWO Kreisverband Altenburger Land begann seinen Weg bei der AWO als Mitarbeiter in der Küche des Pflegeheims Hainichen. Später wurde er Küchenleiter, Kreisvorsitzender und Mitglied des Landesvorstands. Bekannt ist er unter anderem für die kulinarische Gestaltung zahlreicher Veranstaltungen – von Buffets bis zur traditionellen „längsten Kaffeetafel im Altenburger Land“. Auch heute unterstützt er den Kreisverband mit seiner Erfahrung und seinem Engagement.
Wettbewerb der guten Ideen: Ehrenamt macht Projekte möglich
Zwei Projekte wurden beim AWO Ball im „Wettbewerb der guten Ideen“ ausgezeichnet. Beide zeigen, was durch die Zusammenarbeit vieler ehrenamtlich Engagierter entstehen kann.
Eine Auszeichnung erhielt das Theaterprojekt „sumsimitpo“ des Fachdienstes für Migration beim AWO Regionalverband Mitte-West-Thüringen. Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten entwickelten gemeinsam mit professionellen Schauspieler*innen eine große Bühnenshow. Zahlreiche Ehrenamtliche wirkten an der Umsetzung mit und brachten unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven in das Projekt ein.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde die „Erlebnisbaustelle“ des Fördervereins „Hand in Hand“ für den AWO Kindergarten „Regenbogen“ in Effelder. Auf einer Fläche, auf der zuvor marode Trampoline standen, entsteht derzeit ein neuer Spiel- und Erlebnisbereich für die Kinder. Möglich wird die Umsetzung durch zahlreiche ehrenamtliche Helfer*innen, die beim Bau mit anpacken.
Nachhaltigkeitspreis für zwei Kindergärten
Auch beim Nachhaltigkeitspreis der AWO Thüringen wurden zwei Projekte ausgezeichnet, die ökologische Verantwortung auf unterschiedliche Weise in den Alltag von Kindern integrieren.
Das Projekt „Stöberstübchen – Nachhaltigkeit zum Mitnehmen“ des AWO Kindergartens „Waldspatzen“ in Berga-Wünschendorf im Landkreis Greiz setzt auf Wiederverwendung statt Wegwerfen. Gut erhaltene Kleidung, Bücher und Spielsachen können dort weitergegeben werden und finden neue Besitzer*innen. Die Kinder werden aktiv einbezogen und lernen, wie sich durch Teilen und Wiederverwenden Ressourcen schonen lassen.
Die zweite Auszeichnung ging an das Projekt „Von Anfang an nachhaltig – der neue Kindergarten in Saalfeld“ der AWO Saalfeld. Mit dem Neubau des Integrativen Kindergartens „Sonnenland“ entsteht ein vollständig barrierefreies Gebäude für 150 Kinder, das ökologische Standards mit Inklusion und frühkindlicher Bildung verbindet. Nachhaltige Baustoffe, eine fossilfreie Wärmeversorgung und Photovoltaik gehören ebenso zum Konzept wie die Beteiligung der Kinder an der Gestaltung ihrer neuen Umgebung.
Anerkennung für Menschen und Ideen
Die Auszeichnungen beim AWO Ball 2026 machen die Vielfalt des Engagements innerhalb der AWO Thüringen sichtbar. Sie würdigen Menschen, die über viele Jahre Verantwortung übernehmen und ihre Vereine stärken. Gleichzeitig zeigen die prämierten Projekte, wie ehrenamtliche Initiative, gemeinsame Arbeit und nachhaltige Konzepte Veränderungen vor Ort bewirken können.
Die AWO Thüringen gratuliert allen Preisträger*innen und dankt ihnen für ihren Einsatz.

