„Weniger ist NICHT mehr“

Gerade in unsicheren Zeiten muss der Staat verlässlich sein

Nach dem Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnt die AWO Thüringen davor, politische und gesellschaftliche Verunsicherung durch Einschnitte in den Sozialstaat weiter zu verschärfen. Gerade in einer Zeit, in der Vertrauen in demokratische Institutionen und gesellschaftlicher Zusammenhalt unter Druck stehen, brauche es einen handlungsfähigen und verlässlichen Staat.

„Unsere Gedanken sind besonders bei den Menschen, die angesichts der politischen Entwicklung mit Sorge in die Zukunft blicken und Ausgrenzung oder Anfeindungen befürchten – etwa aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihres Lebensentwurfs oder ihres gesellschaftlichen Engagements. Für sie müssen wir als AWO und als Teil einer starken Zivilgesellschaft sichtbar einstehen“, sagt Katja Glybowskaja, Landesgeschäftsführerin der AWO Thüringen.

Gleichzeitig sieht die AWO Thüringen mit Sorge auf die aktuellen sozialpolitischen Debatten. In der Pflege drohen zusätzliche Belastungen für Pflegebedürftige und Angehörige, während die Finanzierung guter Arbeitsbedingungen infrage steht. Bewährte Strukturen für Migration und Integration brauchen Planungssicherheit statt immer neuer Kürzungsdebatten. Und in Thüringen muss der demografische Wandel in den Kindergärten gestaltet werden, ohne Personal, Qualität und wohnortnahe Angebote vorschnell abzubauen.

„Ausgerechnet jetzt den Sozialstaat zurückzufahren, ist die falsche Antwort zur falschen Zeit“, betont Glybowskaja. „Kürzungen treffen nicht alle gleich. Sie treffen besonders die Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind und ein Weniger nicht einfach selbst auffangen können. Ein starker Sozialstaat ist nicht das Problem, das wir uns nicht mehr leisten können. Er ist Teil der Antwort auf die Unsicherheit unserer Zeit.“

Die AWO Thüringen schließt sich deshalb der Kampagne des AWO-Bundesverbandes „Weniger ist NICHT mehr“ an und fordert einen starken, solidarisch finanzierten und verlässlichen Sozialstaat.

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